26
Jan
Südafrika 01.11.14 bis 06.12.14
26.01.2015 17:00

Big 5: Löwen, Leoparden, Büffel, Elefanten und Nashörner, Volontär Arbeit ich komme!

31.10.2014, 19 Uhr Abflug Bali → 6:00 Uhr Abflug Perth → 14:40 Uhr Abflug Dubai → 01.11.2014 Ankunft Johannesburg!

Circa 20.000km, eine Nacht in Perth am Flughafen und 3 Kontinente später bin ich gegen Abend in Johannesburg, im „Ort des Goldes“ angekommen und habe mich erstmal wieder gewundert, ob ich im richtigen Land bin ^^

Übrigens ist „wundern“ und „fliegen“ bei mir irgendwie verbunden ^^ und freuen: ich steig in einen Flieger ein, setze mich auf meinen Platz und dann wache ich jedes Mal irgendwann auf und wundere mich entweder darüber, dass ich in einem Flieger bin oder ich wundere mich, dass ich schon in der Luft bin.. von den circa 25 Flügen die ich dieses Jahr geflogen bin, habe ich mehr als die Hälfte aller Starts verschlafen ^^

Ich habe es vielleicht geschafft 10 Filme während des Fliegens zu schauen.. ansonsten: Ohrenstöpsel (bei der ersten Hälfte der Reise das Album von Mobi und die zweite Hälfte der Reise das Album von Lorde im Dauerlauf) rein, Augen zu, aufwachen, wundern und vor allem freuen, dass die meisten Flüge dann auch schon fast rum waren :) ich liebe fliegen ^^

..Johannesburg sieht ja fast so aus wie Heidelberg ^^ also so gar net afrikanisch.. Johannesburg ist übrigens nicht die Hauptstadt von Südafrika, Hauptstadt ist Pretoria. Das ist circa 50 km von JoBurg entfernt.. JoBurg ist aber mit circa 4,5 Millionen Einwohnern die größte Metropolregion in Südafrika.. und das sieht man..

In Süfafrika war übrigens grad Frühling bzw Sommeranfang, es hatte in der ersten Woche jeden Tag so um die 20 Grad und das steigerte sich in den 5 Wochen meines Aufenthaltes auf 32 Grad! Sau gut!

Ich bin mit dem Taxi zu dem Couchsurfer gefahren, wo ich die erste Nacht verbracht habe. Der Couchsurfer, Ryan war total cool und hat mir sogar eine SimCard für mein Handy geschenkt.. die hatte er noch übrig. Voll nett! Seine Wohnung hat auch einen sehr guten Eindruck gemacht. Wir haben dann noch ein wenig erzählt, sein zweites Schlafzimmer ist eigentlich das komplette Jahr von Couchsurfern belegt. Er verlangt nichts dafür.. er findet es toll, wenn Menschen reisen und er weiß durch seine eigenen Reiseerfahrungen, dass das nicht billig ist und will deshalb andere Reisende sozusagen unterstützen.. ein toller Mensch! Obwohl ich dieses Jahr schon einigen sehr hilfsbereiten Menschen begegnet bin, war ich wieder einmal geflasht wie toll Menschen sein können. Vor Allem Couchsurfer. Er hat mir dann noch ein paar Tipps zu JoBurg und Südafrika gegeben und ich bin dann duschen und schlafen gegangen.

Am nächsten Morgen hat Ryan mich in ein Hostel gefahren, denn er hatte bereits schon jemand anderen für diese Nacht.

Im Hostel angekommen war ich zum ersten Mal wieder alleine.. kein Mensch in Sicht.. das Hostel war relativ groß, einstöckig und u-förmig. In der Mitte war ein überdachter Essbereich und davor ein großer Pool. (der einem leider bei nur 20 Grad und Wind nix bringt).. relativ cool eigentlich.

Nach einem Einkauf im Supermarkt (der hat mich übrigens an einen amerikanischen XXL Supermarkt in einem deutschen Bauhaus erinnert), einem Spaziergang und einem Nachmittags Nickerchen habe ich mir was zum Essen gemacht, saß draußen beim Essen und plötzlich war der Strom weg.. okay.. was war da los? Irgendwann kam dann Ben um die Ecke.. im Hemd und Handtuch um die Hüften, ich musste ja erstmal lachen ^^ er war grad auf dem Weg seine Hose zu bügeln.. für die Kirche.. Ben hat mir erzählt, dass in ganz Südafrika teilweise stundenlang der Strom von der Regierung abgeschalten wird. Manchmal sind die Power-offs angekündigt und manchmal nicht. Um Strom zu sparen. Dann war der Strom dann halt mal von 19 Uhr bis circa 22 Uhr weg ^^ TIA, This Is Africa ^^ Ben war auf dem Weg zur Kirche und meinte er wäre bald wieder zurück und dann würden er und sein Zimmergenosse am Pool noch was trinken und „If you want to, please join us“

Ich habe mich dann noch ein wenig auf die Volontär Arbeit vorbereitet, habe mir nochmal alles durchgelesen und dann waren Ben und sein Zimmergenosse auch schon wieder zurück. In der Kirche hatten sie wohl einen Generator der für Strom sorgte aber ansonsten war die Stadt komplett dunkel. Sehr einladend.. NICHT! ^^

Wir sind dann im Außenbereich gesessen und haben erzählt und Wein und Bier getrunken. Mein erster Kontakt zu Savanna Beer.. oh my godness schmeckt das gut! Ein echter Konkurrent für das TigerBeer ^^

Wir, das waren Ben (30), sein Zimmergenosse (32) und zwei Mädchen. Alle aus Durban und sie waren alle geschäftlich in JoBurg, kannten sich aber auch nicht.. Das eine Mädchen war 25, ihr Sohn 6 und ihre Mutter 36.. krass oder? Das andere Mädchen war 22 Jahre alt. Ich weiß gar nicht mehr wie wir auf das Thema gekommen sind auf jeden Fall meint diese zu mir:“Jea I have a gun, I always have it with me, even now“ WTF?! Sie saß übrigens im Bademantel am Tisch ^^ „Do you want to touch it?“ -“Ähm no thank you“ und plötzlich packt Ben einen Teazer aus. Ich war erst etwas geschockt, weil Ben so einen ordentlichen Eindruck gemacht hat, zur Kirche geht und dann aber so was dabei hat.. und dann macht das auch noch so eklige Geräusche.. aber das zählt wohl zur Kategorie: TIA, This Is Africa!

..ich wollte das Ding, was übrigens in einer Taschenlampe versteckt und durch Knopfdruck als Teazer einsetzbar war, gar nicht anfassen und habe mich auch erst geweigert, weil mit so einem Scheiss will ich gar nichts zu tun haben, habe dann aber doch mal getestet.. als Selbstverteidigung vielleicht gar net mal so schlecht.. wobei ich jetzt schon 10 Monate gereist bin und ich mich Gott sei Dank kein einziges Mal in irgendeiner Weise verteidigen musste. Also: mit dem Scheiss will ich weiterhin nichts zu tun haben: „That's nothing for me“.

Die vier haben mir dann noch erzählt, dass in dem Teil in Südafrika wo ich volontiere, Klicksprache gesprochen wird, Xhosa, auch isiXhosa. Eine der 11 Amtssprachen in Südafrika. C Q und X sind Klicks mit der Zunge. Beim C lässt man die Zunge vorne an den Zähnen schnalzen, beim Q an der Seite (wie bei den Pferden) und das X ist ein Klock sozusagen ^^ wenn man die Zunge in der Mitte im Mund schnalzen lässt.. ein tolles Klicklied: https://www.youtube.com/watch?v=onBLru8SfOk

An dem Abend haben wir noch die zukünftige Frau von Chris Brown kennen gelernt. Ja DER Chris Brown ^^ in Südafrika in einem Hostel.. also ich weiß wirklich nicht was mit dieser Frau los war, entweder sie stand komplett unter Drogen oder „upstairs“ hat bei ihr gewaltig was nicht gestimmt..

Erst stand sie (schätzungsweise Ende 30, ziemlich dürr, schwarz (ich hoffe ich darf das so sagen)) im Bademantel und Haarnetz vor uns, hat einen etwas „verranzten“ Eindruck gemacht und ich habe sie ehrlich gesagt gar nicht so beachtet.. sie hat kurz mit Ben geredet und ist dann wieder verschwunden.. aber plötzlich kommt sie in einem weisen zu großen Cinderella Kleidchen, viel zu hohen Heels und falscher Haarpracht wieder angewackelt. Angewackelt könnt ihr in diesem Fall wörtlich nehmen und schon alleine dieser Aufmarsch hat bei uns allen für einen kaum zu unterdrückenden Lachkrampf gesorgt. Aber was sie dann noch so von sich gegeben hat. Mein lieber Mann: eigentlich hätte sie ja an diesem Abend ein Date.. sie spricht nicht gerne über dieses Date weil er sehr bekannt ist.. und sie sind ja auch schon verlobt.. und wir kennen ihn wahrscheinlich.. es ist Chris Brown.. (okay hier muss ich zugeben, dass ich erstmal überlegen musste, wer denn jetzt wieder Chris Brown ist.. aber dann: CHRIS BROWN: Ex-Freund von der Sängerin Rihanna.. alles klar ^^).. sie weiß auch was ihr Verlobter Rihanna angetan hat.. aber Gott hat bestimmt, dass sie und CB zusammen gehören.. Gott hat ihr das gesagt.. Gott spricht mit ihr.. Gott hat sie auch damals in ihrem Land, Mosambik gewarnt.. er hat zu ihr gesprochen und hat gesagt, dass es ihrem Land schlecht gehen wird und sie fliehen muss.. er gibt ihr ein Zeichen wenn sie fliehen soll.. und dann hat es eines Tages geregnet.. aber es war kein richtiger Regen.. it was something special from the sky, like lightening.. (eventuell die Flutkatastrophe im Jahr 2000? da sind ja sehr viele Menschen gestorben.. aber das wäre ja dann schon ewig her gewesen und lightening passt ja auch irgendwie nicht, ich hab echt versucht sie ernst zu nehmen).. and then I came to South Africa to meet Chris Brown.. aber der kann ja jetzt heute Abend doch nicht.. obwohl ich eigentlich echt nur Mitleid für diese Frau empfand, ich musste so so lachen ^^ sie hat uns bestimmt 2/3 Stunden unterhalten mit ihren Geschichten.. später am Abend ist sie dann noch auf die Idee gekommen schwimmen zu gehen.. eines der beiden anderen Mädchen musste ihre Schleppe vom Cinderella Kleidchen tragen und dann sind sie davon gewackelt, zum Schreien ^^

Nach ein paar Minuten kam sie dann wieder, in Leggins und kurzem weißen Top, nix drunter aber dafür mit schicker weiser Haupe ohne falsche Haare. Sie ist dann auch tatsächlich ins Wasser und ich hatte echt ein paar Minuten Angst, dass sich meine Rescue Lizenz nach ein paar Wochen schon brauchen würde, da die Gute nicht schwimmen konnte.. manoman ich habe echt gedacht die sauft jeden Moment ab und habe schon nach irgendwas gesucht, das ich ins Wasser schmeißen kann um sie zu retten (wie im Rescue Lernbuch ^^).. ich stand dann neben am Pool und habe ihr gezeigt wie man schwimmt.. sie hat es ein paar Minuten versucht, ich konnte auch gaanz leichte Verbesserung sehen, aber dann war sie Gott sei Dank zu fertig um noch weiter zu machen.. dann kam sie wie ein Häufchen Elend aus dem Wasser gekrochen und hat total gezittert.. klar, es war ja auch nicht gerade warm.. stand aber da und hat sich nicht bewegt. Ihr Handtuch hat sie durch ihre „PlantschAktion“ komplett durchnässt.. die Frau war total durch.. ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich Drogen genommen hatte oder „einfach nur krank““ war.. wir mussten ihr dann raten ein neues Handtuch zu holen, zu duschen und ins Bett zu gehen.. was sie dann Gott sei Dank auch gemacht hat..

Nachdem Ben, total süß eigentlich, gesagt hat: „Pretty girl where have you been all my life?“ (Afrikaner sind anscheinend kreativer als Jamaikaner ^^) habe ich mich mit einem „ Searching for beauty sleep. What I should also do now- Good nighty“ verabschiedet und bin ins Bett. Mit einem Grinsen ^^ ich nehme sowas ja nicht ernst, aber freuen tut es mich trotzdem ;)

Am nächsten Morgen hat sie sich Cinderella bei mir für den Schwimmunterricht bedankt, war aber wieder so.. „komisch“..

Ich bin dann mit dem Taxi an den Flughafen gefahren und mit dem Flieger circa eine Stunde nach East London geflogen.

In East London angekommen, total relaxt weil ich mich dieses Mal nicht drum kümmern musste wie ich vom Flughafen in irgendein Hostel komme, stand in der Empfangshalle ein riesengroßer muskelbepackter grinsender schwarzer Mann.. Miller.. mit einem Schild in der Hand auf der mein Name stand. Total cool :) Miller hat mich mit dem Minivan von East London in das eine Stunde entfernte Chintsa East gebracht (C Klicksprache *zungeschnalzvorne-intsa*), Miller ist ein total cooler, immer grinsender Typ, er (oder Tobs) fährt die Volontäre morgens in die Schule und holt sie nach der Schule wieder ab. Er leitet aber auch ein „eigenes“ Projekt der Organisation, das International Student Volunteers (kurz ISV). Diese bauen Schulen, Kindergärten, öffentliche Einrichtungen usw.

Auf dem Weg nach Chintsa sagt Miller zu mir:“If you are teaching and there is suddenly a giraffe next to you. Stop teaching, the students won't listen to you anymore..“ ich habe dann nur lachend gemeint: „No worries, if there is a giraffe next to me, especially if it is suddenly next to me, I'm the first one who is not paying attention anymore“ ^^

In Chintsa, einem total schönen Dorf und Surferparadies an einem Berg an der Wild Coast angekommen, habe ich mich dann auch gleich in das Haus verliebt. Das war das krasse Gegenteil von dem was ich erwartet habe. Das war ein riiiesengroßes Haus am Hang mit einem mega Balkon mit Sicht auf das Meer. Was will man mehr ^^

Im Haus haben schon Ash, der Projektkoordinator (35 aus Wales), Victor, der einzige andere Volontär (25 aus Frankreich) und Chwayta, Praktikantin (18 Einheimische) auf mich gewartet. (Chwayta, ihr erinnert euch an die Klicks?: *zungeschnalzvorne-wayta*)

Die drei waren total cool drauf und haben mir erstmal alles gezeigt. Ich schlafe in einem Zimmer mit 9 Betten. Die Betten waren alle entweder mit der rot/lilanen oder der blau/ grünen Ikea-Bettwäsche, die jeder kennt und ich natürlich auch zuhause habe ^^ gemacht und ich hatte freie Platzwahl. Ich habe mich natürlich für ein blaues Bett direkt an der großen Fensterfront zum Meer hin entschieden und erstmal den Vorhang aufgerissen. Ich konnte das Meer sogar vom Bett aus sehen, ich habe mich sofort wohl gefühlt. Da wir nur zwei Volontäre waren, hatte jeder sein eigenes Zimmer. Also alle, Ash, Chwayta, Viktor und ich. Viktor hatte sogar sein eigenes Bad. Im Haus war Platz für 16 Menschen und wir waren nur zu viert ^^ total cool.

Danach sind wir ins Office gelaufen und Ash hat mir die Regeln und das Projekt erklärt:

Morgens um 8:00 Uhr mussten wir im Büro sein. Von da aus fahren uns Miller oder Tobs in die Schule, gegen 10 Uhr afrikanischer Zeit (Deutsche Zeit +- 20 Minuten ^^) fängt der Unterricht an und wir unterrichten 3 Schulklassen pro Tag. Von 11:30 Uhr bis 12:30 Uhr ist Lunchbreak und da darf jeden Tag ein anderes Grade in den Computerraum und die Schüler dürfen am PC oder an den Tablets, die wir immer mit bringen, spielen. Um 12:30 Uhr holt uns Miller/ Tobs ab und bringt uns zurück ins Haus. Da machen wir uns Sandwichs.

Die Nachmittagsbeschäftigung war jeden Tag eine andere:

montags haben wir je nach Wetterlage entweder den Schulgarten umgegraben, waren Kanufahren oder haben Officework gemacht

dienstags von 15 bis 17 Uhr Sport mit den Kids aus dem Village (bei schlechtem Wetter Officework)

mittwochs Waisenheim

donnerstags von 15 bis 17 Uhr Sport mit den Kids aus dem Village (bei schlechtem Wetter Officework)

freitags nachmittags und am Wochenende hatten wir „frei“

Abends hat Kwezi, eine Einheimische für uns gekocht: sau leckeres afrikanisches Essen.

In der südafrikanischen Küche liegt der Schwerpunkt übrigens auf Reis, klar auf was auch sonst und auf Fleischgerichten aller Art. In Amerika wird „gebarbecuet“, in Deutschland wird gegrillt und in Afrika gebraait ^^ Braai = Grillen. Kein Wochenende ohne Braai! Wir haben jedes Wochenende in unserem Haus gebraait ^^ das Fleisch und die Wurst in Südafrika schmecken übrigens im Vergleich zu anderen Ländern fast genauso wie in Deutschland.

Eine weitere Spezialität ist Biltong, das ist getrocknetes Fleisch vom Fisch, Rind oder Wild und sau lecker! Biltong haben wir uns immer auf dem Weg zum Waisenheim gekauft.

Hausregeln: „Always close the balcony door if you can't watch it. Yo don't want to have monkeys in your bedroom or eating your food“.. Okay ^^

„Never walk alone in the dark! If you need to walk home from anywhere, call me! I'll will pick you up no matter what time it is“

Chintsa ist zwar kein krimineller Ort, aber auch hier Vorsicht ist besser als Nachsicht!

And: „We really work hard, but we are playing even harder“ Was er damit gemeint hat, wusste ich da noch nicht..

Ash und Victor haben mir dann noch eine der beiden Bars in Chintsa, das Barefoot gezeigt. Das ist eine total coole Surferbar und am Wochenende geht’s da richtig ab. Dass ich sehr viel Zeit in dieser Bar verbringen würde, war mir zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht bewusst ^^

Viel mehr gibt es dann auch nicht in Chintsa. Die 2 Bars, ein Supermarkt, ein Bottleshop, drei/ vier Hotels, das war es. Das Village (so wie man sich Afrika vorstellt) war mit dem Auto 15 Minuten weg, aber da gab es natürlich noch weniger.

Am nächsten Morgen bin ich um 6:30 Uhr aufgestanden, es war sonst noch keiner wach, habe gemütlich geduscht, mir was zum Frühstück gemacht und habe mich auf den Balkon gesetzt. Es war super Wetter.

Da saß ich, total entspannt, habe gefrühstückt und bin mit Blick auf das Meer in meinen Gedanken versunken. Irgendwas im Meer hat mich dann aber wieder „aufgeweckt“: aufspritzende Wellen in unregelmäßigen Abständen immer wieder an der gleichen Stelle.. Hä? Was ist das denn? Da war doch vorhin noch kein Riff oder Felsen wo die Wellen hätten brechen können? Ich steh auf, versuche es genauer zu sehen '(das Haus war in der vierten Querstraße zum Meer, Luftlinie vielleicht 200m), plötzlich eine riiiiesengroße Schwanzflosse. ÄhÄh! Herzstillstand! Wirklich!? Als ich die Flosse dann ein zwei Mal habe aus dem Wasser ragen sehen habe, habe ich SIE gesehen: WAAAAALEEEEESSSS!!!! Leute! Ich bin schier ausgeflippt, ich konnte mein Glück gar nicht fassen ^^ ich bin sogar kurz durch das Haus gedüst und habe „Waaales! Waaales!“ geschrien ^^ ich glaube in diesem Moment hätte ich nicht mal gemerkt, wenn mir ein Affe mein Frühstück geklaut hätte ^^

Viktor und Ash, bewaffnet mit einem Fernglas, kamen dann auch schon angerannt und haben mit mir diese wunderschöne Geschöpfe beobachtet. Es waren 5 oder 6 Wale, ich behaupte Buckelwale.. Die beiden hatten hier vorher noch keine Wale gesehen und waren auch total begeistert. Dass ich ich dieses Fernglas übrigens für die nächsten Wochen gebunkert habe, brauche ich wohl nicht zu erwähnen ;-) so konnte ich fast jeden Morgen wie eine alte Oma mit Fernglas beim Frühstück sitzen und Wale beobachten :) wenn der Tag so nicht gut anfängt, dann weiß ich auch nicht :)

Kurz vor 8 Uhr war ich im Büro und mir wurden alle Mitarbeiter vorgestellt:

Mike ist der Kopf der Organisation, ein total cooler „älterer Surfboy“ braun gebrant, graue Haare und eine so positive Ausstrahlung wie ich sie bisher sehr selten in meinem Leben gesehen habe, hier könnt ihr ihn sehen: https://www.youtube.com/watch?v=149XNQPdAOA

Er (und oldShaun, Besitzer Buccanners) haben „Volunteer Africa 32° South“ (kurz VA32), die lokale non-profit Organisation „Friends of Chintsa“ (kurz FoC) und die Surfschule „Unstressed Surf School“ gegründet. Diese seht ihr auch im Video.

VA32 und FoC arbeiten zusammen: FoC sammelt/ verwaltet finanzielle Spenden und verteilt diese an die Wild Coast Schools und an soziale und ökologische Projekte (ISV zB ihr erinnert euch?) in und um Chintsa.

VA32 und ISV Volontäre unterstützen diese Projekte, zb wie ich an Schulen und im Waisenheim oder ISV eben auf den Baustellen.

An dieser Stelle MUSS ich noch eine Person nennen: Phumla. Sie ist Pre-School teacher, am Wochenende hilft sie bei der Surfschule, hat vier eigene Kinder und bietet noch 10 weiteren Kindern aus dem Village Unterschlupf und kümmert sich um sie. Diese Frau hat eine positive Energie das ist der Wahnsinn! Sie hat mich echt fasziniert! Eine tolle Frau! Ihr könnt sie und eines der FoC Projekte sehen: https://www.youtube.com/watch?v=jG-bCLvs-Xo

Dann waren im Büro noch Karen die Bürokraft, eine total liebe Frau die einen jeden morgen mit einem kräftigen „A lovely morning Darling“ oder einem anderen netten Spruch begrüßt hat.

Sie teilt sich das Office mit Rob und Peet. Was die beiden genau machen weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, ich weiß nur dass sie zusammen arbeiten und Peet, übrigens Sweedish Peet, ist der Chef. Die beiden waren auch total cool.

Gegen 9 Uhr ging es mit Miller auch schon an die Schule, an die Bulugha Farm Primary School. Auf dem 20 minütigen Weg zur Schule haben wir jeden Morgen Springböcke, Giraffen, Zebras und wenn wir Glück hatten Elefanten und Nashörner gesehen. Unglaublich! :)

Die Schule liegt in einem Tal, drumherum nichts als Felder, Sträuche, Bäume. Und Tiere ^^

Die Schule besteht aus zwei Gebäuden:

ein Gebäude mit einer Art Suppenküche, wo die Kinder in der Lunchbreak eine warme Mahlzeit (zB Mealie-Pap, eine Art Maisbrei) bekommen, im Raum neben dran die Bulugha Pre-School also der Kindergarten (ein viiiiel zu kleiner Raum für circa 50 Kinder und eine! Kindergärtnerin) und dann noch ein Gebäude (Grundschule) mit drei Klassenräumen und dem Computerraum. Also im Prinzip 4 Klassenräume für 14 Klassen! 120 Schüler. 3!!! an der Schule angestellte Lehrer (+ Ash + Volontäre).

Immerhin wurde durch eine Spende von Suzuki in der dritten Woche angefangen ein weiteres Klassenzimmer zu bauen. Aus Flaschen übrigens, ich konnte aber leider das Ergebnis nicht mehr sehen..

Schüler in Südafrika besuchen auch ab ihrem 7. Lebensjahr für circa sieben Jahre die Primary School (Grundschule) und auch hier besteht Schulpflicht. Schulgebühren werden übrigens an den Pre- und Primary Schools nicht erhoben. Wie an allen Schulen wird eine Schuluniform getragen (an dieser Schule war sie weinrot). Anschließend folgt der Besuch einer High School, was kostenpflichtig ist.. woher die Familien allerdings dieses Geld nehmen sollen, frage ich mich immer noch.

An der Bulugha School gab es

Grade R (Klasse A+B) insgesamt 34 Schüler, Alter: 3 bis 5 (Kindergarten)

Grade 1 (Klasse A+B) insgesamt 24 Schüler, Alter: 5 bis 7

Grade 2 (Klasse A+B) insgesamt 12 Schüler, Alter: 7 bis 8

Grade 3 (Klasse A+B) insgesamt 13 Schüler, Alter: 8 bis 9

Grade 4 (Klasse A+B) insgesamt 17 Schüler, Alter: 9 bis 10

Grade 5 (Klasse A+B) insgesamt 14 Schüler, Alter: 10 bis 11

Grade 6 (Klasse A+B+C) insgesamt 19 Schüler, Alter: 11 bis 12

Grade 7 (Klasse A+B+C) insgesamt 22 Schüler, Alter: 12 bis 14

An der Schule angekommen sind wir um das Gebäude herum in den Computerraum. Hinten herum weil die Schüler jeden Morgen vor der Schule beten und singen.

Und gleich am ersten Morgen habe ich sie gehört: DIE STIMMEN! Auf der Bulugha School sind 5 Mädchen, ihr könnt euch nicht vorstellen was diese Mädchen für wahnsinnig tolle Stimmen haben. Laut und so klar, ich hatte Gänsehaut hoch 10.

Eines meiner Lieblingslieder: https://www.youtube.com/watch?v=xcDrZ3-YxJ8 oder https://www.youtube.com/watch?v=wNrN99Xy-5I (ich hoffe ich bin nicht die einzige die heulen muss ^^)

Im Computerraum waren 9 Computer, auf Tischen in U-Form der Wand entlang. An der freien Wand eine große Tafel. Neben dem Englisch Unterricht haben wir ein Video Projekt angefangen, an dem wir die vollen vier Wochen mit jeder Klasse gearbeitet haben.

Wir hatten drei Klassen pro Tag.

In der ersten Woche haben wir (Ash, Viktor, ich) den Kindern Video-Dokumentationen über Tiere (Zebras, Geparden, Elefanten, Haie, Tiger, Löwen, Affen, Gorillas) gezeigt und dann durfte sich jeder Schüler bei einem kleinen Wettbewerb ein Tier aussuchen. Dieser Schüler hat sich dann das Video über sein Tier nochmal angeschaut und je nach Grade mussten sie verschieden viele Sätze/ Charakterisierungen über das Tier aufschreiben. Je nach Grade mussten sie auch die gelernte englische Grammatik anwenden.

Tada und gleich in der ersten Woche konnte ich eine Giraffe am Schulzaun streicheln, sooo geil!

In der zweiten/ dritten Woche habe ich dann alle Schüler mit der Videokamera aufgenommen (währenddessen haben Ash und Viktor englische Grammatik unterrichtet). Sie, die Schüler haben sich kurz vorgestellt und dann die Sätze über ihr Tier vorgelesen oder vorgetragen. Nachmittags habe ich die Videos in einzelne Sätze/ Clips zerschnitten und Viktor hat die Tier Dokumentationen in einzelne Sätze/ Clips geschnitten.

In der dritten Woche (diese Woche waren wir zu viert: Ash, Viktor, Taylor und ich) mussten die Schüler ihr eigenes Video wieder zusammen fügen. Also erst der Clip mit der eigenen Vorstellung, dann ein kurzer Clip aus der Doku, wieder ein Clip mit einem eigenen Satz, Dokuclip, eigener Clip...

und in der vierten Woche haben wir (Taylor, ich) den Schülern gezeigt, wie man die fertig zusammengefügten Videos mit Sound, Special Effects und so weiter hinterlegt. (nein, ich hatte vorher keine Ahnung von diesem Programm)

Am Ende hatte jeder seine eigene Tierdokumentation und sobald Ash sie auf Youtube geladen hat, werde ich sie hier posten.

Wir hatten auch einmal in der Woche das Grade R (Pre-School) oder Grade 1.

Das sind die ganz Kleinen, mit denen haben wir natürlich nicht am Computer gearbeitet. Sie duften am Ende des Unterrichts zwar Spiele auf dem Computer spielen, aber während der Stunde haben wir meist Lieder mit ihnen gesungen (die wir mittags im Internet gesucht haben) mein bzw unser Favorit:

„Slippery fish, slippery fish swimming in the water, slippery

fish, slippery fish, kraw kraw kraw

Ooh Noo! It's been eaten by a octopus!

Octopus, octopus swimming in the water, Octopus, octopus, kraw kraw kraw

Ooh Noo! It's been eaten by a tuna fish!

Tuna fish, tuna fish swimming in the water, tuna fish, tuna fish, kraw kraw kraw

Ooh Noo! It's been eaten by a great white shark!

Great white shark, great white shark swimming in the water, great white shark, great white shark, kraw kraw kraw

Ooh Noo! It's been eaten by an enormous whale!

Enormous whale, enormous whale swimming in the water, enormous whale, enormous whale, kraw kraw kraw“

Die jeweiligen Fische haben wir mit Handbewegungen nachgemacht und beim „Ooh Noo! It's been eaten by a..“ haben wir immer die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen.. das war so lustig weil ich total übertrieben habe als wir das Lied den Kindern zum ersten Mal vorgesungen haben und die Kinder mir das dann natürlich nach gemacht haben.. da standen wir dann im Kreis haben gesungen und beim „Oh no..“ haben die Kinder ihre Hände über den Kopf zusammen geschlagen und mich mit toootal entsetzten Gesichtern angeschaut ^^ das war sooo süß <3

Ein ganz schlimmes Ohrwurm Lied übrigens ^^ wir Volontäre haben das Lied sogar gesungen wenn wir wo hin gelaufen sind. Wir waren allgemein eine „sehr musikalische“ Gruppe und wir sind nur singend von A nach B gelaufen ^^

In der Lunchbreak von 11:30 Uhr bis 12:30 Uhr durfte jeden Tag ein anderes Grade in den Computerraum um mit den Computern oder den Tablets zu spielen. Die anderen Grades standen während dieser Zeit an der Tür und haben gebettelt, dass sie auch in den Computerraum dürfen. Was sie aber nicht durften, denn es waren einfach zu wenig Computer für zu viele Schüler.. Gegen Ende der ersten Woche habe ich angefangen mit den wartenden und bettelnden Schülern Schere, Stein, Papier zu spielen. (ich hatte ehrlich gesagt keine Lust mehr jeden Tag zu diskutieren, denn das können in Südafrika schon die Kleinen ^^ und habe sie damit sozusagen ablenken wollen ^^)

Am Ende wollte keiner mehr in den Computerraum, sie sind alle in einer meterlangen Schlange vor mir gestanden um Rock, Paper, Scissors mit mir zu spielen ^^ sogar die Kids aus der Pre-School die noch nicht so ganz verstanden hatten um was es bei diesem Spiel geht. Sooo süß!

Was ich hier einzigartig und unbeschreiblich schön fand war, dass die älteren Schüler die Kleinen in der Schlange nicht weg geschuckt haben oder so.. also sich gegenseitig schon, aber die Kleinen nicht, im Gegenteil: wenn ein jüngerer dran war und die älteren gemerkt haben, dass der Kleine nicht weiß was er machen soll und ich mit Englisch nicht weiter gekommen bin, haben sie versucht auf Xhosa zu erklären was zu machen ist. Total süß!

Dienstags und Donnerstags nachmittags haben wir immer Sport mit den Kids aus dem Village gemacht. Eigentlich wäre der Sport im Village auf dem Sportplatz gewesen. Den Sportplatz hat auch VA32 gebaut, hier haben auch Erwachsene am Abend Rugby gespielt und an den Wochenenden gab es Sportfeste... die Stadt wollte den Platz vergrößern und währenddessen ist leider das Geld ausgegangen. So wurde aus einem einst tollen Sportplatz eine Baustelle, die nur noch von Kühen und Ziegen benutzt wird und keiner weiß wann weiter gebaut wird. So musste der Sport nach Chintsa auf eine Wiese verlegt werden und die Kids müssen jedes Mal eine halb/ dreiviertel Stunde über den Berg zu uns laufen, um Sport machen zu können.. und den ganzen Weg müssen sie auch wieder zurück laufen..

VA32 ist sportgerätetechnisch gut ausgestattet und so haben wir die Stunden immer mit Stretching angefangen und dann haben wir Fussball, Parkourlauf, Tennis, Rugby, Cricket oder Fangen gespielt, auf der Wiese oder am Strand.

Total cool! In der ersten Woche habe ich sogar beim Fussball Tore geschossen, also dienstags/ donnerstags jeweils eins ;) mir haben diese Sportstunden sooo viel Spaß gemacht :)

Mittwochs waren wir immer im Waisenheim, hier ein Video von David, damals war er 14 Monate, heute ist er 5 und es geht ihm sehr gut, obwohl er immer noch im Heim ist https://www.youtube.com/watch?v=cPm2O_XPE4Q

und hier ein Video von einem anderen Waisenheim, aber genau so war es immer...

https://www.youtube.com/watch?x-yt-cl=84503534&v=E4_2gbx2Kxg&x-yt-ts=1421914688

Wir sind im Heim angekommen, die Kinder sind uns entgegen gestürmt, haben uns umarmt, wollten hoch gehoben werden, sie haben sich so gefreut. Das mich an einem Platz, mit so traurigen Geschichten so eine Freude und Fröhlichkeit erwartet hätte ich nicht gedacht.

Im Haus haben wir dann erst die Bastelsachen ausgepackt und aufgebaut, gebastelt (Vogelhäuschen, Armbänder, Papierflieger und Boote usw) oder gemalt und am Ende durften die Kids noch mit den Laptops spielen, die wir immer mit gebracht haben.

Und getanzt haben wir :) als ich das erste Mal da war, hat mich der kleine Tado (5 Jahre) gefragt, ob ich „TscheTscheTsche“ kenne... er hat Gustavo Lima Balada gemeint und das hatte ich sogar auf meinem Handy... ab da hat er mich zu Beginn unseres Besuches jedes Mal gefragt:“Kristina you have your phone?“ -“Yes I do and remember my name is Kristin, no A at the end“ -“Jaaaa! Let's dance and sing Kristina! TscheTscheTsche“.. und wenn die anderen Kinder dann mit den Laptops beschäftigt waren haben Tado und ich getanzt und gesungen und ich musste ihn immer am Bauch kitzeln ^^ so süß! (und ich heule schon wieder). Er hatte auch großen Spaß daran meine Haare zu frisieren (ich weniger, aber er hat sich immer so gefreut, da war es mir egal, dass ich hinterher Knoten in meinen Haaren hatte)

Tado hat immer zu mir gesagt:“Kristina, please stay with me, don't leave me alone..“ oder „Please come back tomorrow“. Das war schon ganz schön traurig.. Als ich das letzte Mal im Waisenheim war, kam Tado bei unserer Ankunft angerannt und brüllt:“Kristin!!! I remember your name“ und hüpft und springt um mich rum. So ein süßer kleiner Junge!

Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr mir die Zeit/ Arbeit im Heim gefallen hat.

Die erste Woche verlief noch relativ ruhig.. das Wetter war auch nicht so berauschend.. morgens war es immer total warm und sonnig, aber nachmittags hat es sehr oft geregnet und/ oder war stürmisch..

und dann kam DER ERSTE FREITAG.

Nachmittags hatten wir ja frei und so sind Ash, Viktor, Tobs und ich nach der Schule biken gegangen. Ganz ganz großer Fehler! Südafrika ist jetzt nicht gerade das flachste Land.. Nach 5! Minuten, also am ersten Berg, habe ich schon gedacht ich muss sterben. Dieser Berg ist aber auch echt verdammt fies! Der zieht sich über hunderte von Meter und steigt stetig an.. die Gradzahl kann ich euch jetzt nicht nennen, aber es war verdammt anstrengend. Aber es hat sich gelohnt! Die Aussicht unterwegs war echt total schön. Wir mussten nur manchmal Kühen auf der Straße ausweichen ^^ dank Ash, dem Vogelliebhaber, kenne ich jetzt auch sämtliche Vogelarten in Südafrika ^^ nach circa 1h Fahrt sind wir dann am Meer gelandet wo uns Miller, nachdem wir noch mit den Rädern durch einen Fluss fahren mussten (ich habe ausgesehen wie Sau), mit dem Minivan und Castle Beer erwartet hat.

Nachdem wir die Räder zurück ins Office gebracht und geduscht haben, sind dann die Vets zu uns ins Haus gekommen. Die Vets sind eine andere Volontär bzw Veterinär-Organisation und sie kümmern sich um Tiere. Wir haben zusammen auf unserem Balkon gebraait und dann sind wir alle zusammen zum Barefoot. An diesem Abend habe ich den Rest von Chintsa kennen gelernt: Leslie (Koch), Luvujo (Bartender), Justin (Bartender), Fucking-Peet (er nennt sich selber so, da er aber schon 50+ war wollte ich gar nicht wissen/fragen wieso ^^), Denis (Vets Boss), Cobus und noch viele mehr.. es war ziemlich voll im Barefoot weil gerade ein Rugby Spiel im Fernseher kam.. Rugby und Cricket sind Nationalsport in Südafrika.

Ich habe mich gleich total gut mit Leslie verstanden. Da er auch ein wenig Patoi (jamaikanisch) spricht, haben wir uns auf Patoi „unterhalten“ (= wir haben uns gegenseitig jamaikanische Wörter an den Kopf geworfen und haben uns schier nicht mehr ein gekriegt vor Lachen)..

Schon im Barefoot hat es angefangen, einfach jeder hat mich auf was zu Trinken eingeladen und habe natürlich kräftig mit getrunken. Ich will ja nicht unfreundlich sein ;)

Danach sind wir noch ins Buccaneers, kurz Buccs, die andere Bar und Backpacker Lodge in Chintsa gefahren. Das Buccs erreicht man entweder mit dem Auto in 25 min oder man läuft 25 min über den Strand. An diesem Abend sind wir mit Tobs die 25 min gefahren.

Im Buccs dann das gleiche Spiel, ich weiß wirklich nicht was da los war und warum jeder mit mir trinken wollte. Was ich aber am wenigsten weiß, ist warum ich angefangen bzw mitgemacht habe Shots zu trinken.. ich weiß, dass ich Shots nicht vertrage (bad memories from Tequila in Malaysia) Wahrscheinlich habe ich wieder gedacht „Waaas soll's, ich bin ja nur einmal hier“, ich erinnere mich nicht mehr so genau ^^ aber an was ich mich noch sehr genau erinnere ist, wie dann plötzlich der Schlag kam und ich rotzevoll war. Ich bin dann zu Ash, habe ihm auf die Schulter getippt und gesagt:“Ash! Drunken people should go home! I'm drunk! I should go home! Bring me home!“ :-D Ash schaut mich an:“Kristin arrived in Chintsa! Welcome! Let's go home“ und so sind wir zu viert (Ash, Chwayta und Veti) Arm in Arm nach Hause geschwankt.. und alles wäre gut gewesen... richtig! WÄRE! Wir mussten ja noch den Strand überqueren.

Der Strand war auch kein Problem. Aber des Fluss, der ins Meer fließt schon.. unter der Woche war der Fluss immer so knöcheltief.. wir am Fluss angekommen, ich kremple meine Hosen bis zum Knie hoch, das wird schon reichen.. ziehe meine Schuhe aus, schütze sie mit einer Hand über dem Kopf (als hätte ich geahnt was kommt ^^), der andere Arm in Ashs Arm gehagt.. wir laufen in den Fluss und plötzlich standen wir alle vier bis zur Brust im Wasser! Ich hab gedacht ich spinn! Aber irgendwie, klar wir waren alle voll, fanden wir das dann auch noch lustig. Ash:„Don't worry girls, we have a rescue diver!“ -ich:“Where is he or she, I need rescue, I don't want to swim!“ -er:“You?!“ -ich:“My license is only valid when I'm sober, so NOT now! Can you rescue me please?“

Ich hätte uns ja zu gern gesehen, wie wir wie nasse Pudel noch 15 Minuten den Berg zu unserem Haus hoch gelaufen oder gewatschelt sind..

Was ich weniger gern hätte sehen wollen war mein Gesichtsausdruck als ich daheim festgestellt habe, dass mein Handy noch in meiner Hosentasche war.. ich habe erzählt, dass ich bis zur Brust im Wasser stand? Dann brauche ich ja jetzt nicht zu erzählen, dass zuhause sogar noch Wasser aus dem Handy gelaufen ist.. DER ERSTE FREITAG lief bei allen Volontären übrigens ähnlich ab ^^

Sonntags war ich auf Safari. Das erste Mal in meinem Leben! Das war soooo cool! Ich habe Zebras, weise Tiger, Löwen, Leoparden, Büffel, Elefanten, Sträuße, Giraffen, Springböcke und Nashörner gesehen. Die Elefanten und Leoparden durfte ich sogar streicheln.

Und hier eine meiner peinlichen Aktionen: wir waren nachmittags nach dem Sport mit den Kids oder nach dem Waisenheim immer im Buccs Beachvolleyball spielen.. Tobs war meistens in meiner gegnerischen Mannschaft und wir haben uns die ganze Zeit gedisst. Habe ich einen Ball nicht getroffen hat Tobs: „GEEEEERMANYYY! Wake up“ oder irgendwas geschrien. Hatte ich Aufschlag habe ich zu Tobs gerufen:“South Africa pay attention, german snowballs are coming!“ und Tobs wenn er Aufschlag hatte:“GERMANY in your face!“ (das war echt alles nur Spaß).. an einem Nachmittags sind wir Volontäre wieder zum Buccs gelaufen um Volleyball zu spielen... nur leider war keiner am Feld.. dann sind wir hoch zur Bar und haben ein paar Leute zum Spielen zusammen getrommelt. Auf dem Rückweg zum Spielfeld haben wir dann Tobs beim Arbeiten gesehen und was brüll ich Depp? „TOOOOBS come on! Volleyball! My face is waiting for your balls“.. plötzlich schauen mich alle total entsetzt an und fangen an zu lachen! Hä? Ich habe dann Tracy gefragt was denn los sei, ich hab' das doch gesagt, weil Tobs mir das letzte Mal die Bälle ins Gesicht schmettern „wollte“? Tracy, kriegt sich schon wieder nicht mehr ein vor Lachen:“Kristinaaa, I know what you mean, but not the other guys! And you just said „my face is waiting for your BALLS“. Oh shit :-D Ich muss jetzt nicht noch erwähnen, dass zwischen Tobs und mir nicht gerade eine kurze Distanz lag und ich das über das komplette BackpackerGelände gebrüllt habe... für alle die jetzt auch auf dem Schlauch stehen: englisch, balls = deutsch, Hoden.

Bin ich froh, dass ich über mich selbst lachen kann ^^

In der dritten Woche sind wir am Wochenende in ein neues Haus gezogen, (weil eine große Gruppe ISVler erwartet wurde), sehr zum Leidwesen von Tracy. Das war nämlich am Samstag nach ihrem ersten Freitag in Chintsa.. und sie ist während des Umzuges auf der Veranda eingeschlafen ^^ gut, wir sind auch erst um 6 Uhr nach Hause gekommen und Umzug war um 8 Uhr ^^ (Taylor kam nach seinem ersten Freitag übrigens auf allen vieren ins Haus gekrabbelt und hat französisch gesprochen und Lieder von Red Hot Chilli Peppers gesungen ^^)

Das neue Haus war auch der Knaller, in der ersten Querstraße zum Meer, riesengroße Terrasse und vor allem eine Musikanlage! Sobald Ash aus dem Haus war, haben wir die Musik aufgedreht, getanzt, gesungen und Spaß gehabt ^^ egal zu welcher Tageszeit (es sei denn es gab mal wieder einen Power off). Ash meine an diesem Tag auch wir wären eine außergewöhnliche Gruppe weil wir alles zusammen machen..

(und es das erste Mal wäre, dass alle Volis gleichzeitig einen Hangover haben. Wir haben nämlich nach dem Umzug alle für den Rest vom Tag gepennt ^^ bevor wir abends wieder erst im Barefoot und dann im Buccs gefeiert haben.)

Aber solange wir unsere Arbeit gut machen und in der Schule nüchtern sind und nicht nach Alkohol riechen ist alles im grünen Bereich. Ich habe unter der Woche eh nur wenn es sein muss 1-2 Bier getrunken, aber keine Longdrinks oder Shots oder so ein Scheiß ^^ Ich dachte es reicht schon, dass wir jeden Tag erst um 5 oder 6 Uhr nach Hause kommen, dann brauche ich nicht noch voll zu sein ^^ über die WE sage ich jetzt hierzu nix ^^

So sind wir jeden Tag nach der Nachmittagsbeschäftigung an den Strand, haben danach im Buccs Beachvolleyball gespielt, zurück ins Haus, duschen, Abendessen und dann haben wir UNO oder Headsup gespielt und das dann irgendwann ins Barefoot und danach zu Leslie und Cobus verlagert.. bevor wir wie immer im Buccs gelandet sind.. dann manchmal wieder zu Leslie und Cobus oder direkt heim, duschen, Frühstück, Office, Schule usw

An den Wochenenden habe ich manchmal bei der SurfSchool helfen dürfen. Das hat auch total Spaß gemacht :) ich war als RescueAufsicht mit im Wasser und habe auf die Boys aufgepasst. Da Gott sei Dank nie einer meine Hilfe brauchte, stand ich somit 1-2 Stunden im Wasser und habe immer wieder gezählt, ob noch alle da sind ^^

Die Zeit und die Arbeit in Chintsa hat mir so gut gefallen, dass ich dann mal wieder verlängert habe. Tracy übrigens auch, beide um eine Woche und so waren wir in der letzten Woche zusammen an der Chintsa Pre-School (Tracy war die ganze Zeit über an der Pre-School, da sie in Kanada auch Pre-School Lehrerin ist) um Phumla zu unterstützen. Ich hatte ja gehofft ich kann zu den Babys im Hort, aber da es wohl einige Unstimmigkeiten bezüglich des Umgangs mit Volontären gab, hat Ash gemeint er will mich da nicht hinschicken und so habe ich mich für den Kindergarten entschieden.

(die Chintsa Pre-School und die Bulugha School sind nicht am gleichen Ort)

Das fand ich total toll, weil wir morgens erst immer durch das Village laufen mussten, um zum Kindergarten zu kommen. Wir wurden auf dem Weg immer von allen gegrüßt und die Kinder sind uns entgegen gerannt. Die Kinder haben auf dem Weg immer getanzt, das ist sooooo süß!

Im Kindergarten haben die Kids dann erstmal Frühstück, also Sandwichs die jeden Morgen jemand anderes aus Chintsa gemacht und wir mitgebracht haben, bekommen. Dann haben wir gemalt, gespielt, getanzt und gesungen und dann sind wir zusammen zur Soup Kitchen gelaufen, wo die Kinder nochmal eine warme Mahlzeit bekommen haben. Zurück von der Soup Kitchen ging es dann immer im Soldatenmarsch: "March! March! March to the Classroom! March! March! March to the Classroom" :)

Hier muss ich ein Video, das Ash uns gezeigt hat erwähnen. Das Video wurde letztes Jahr von einer brasilianischen Volontärin gedreht. Falls ich es auf youtube finde, poste ich es noch... Da sie in Brasilien professionell Videos oder Filme macht, sah das natürlich wie eine richtige Doku über Südafrika aus.. mit Kindern die ich kenne. Was mir aber das Herz zerrissen hat, war als die kleine Namhla in die Kamera strahlt und total freudig sagt:"I had hot food today".  Was für uns sowas von verständlich ist, bringt ein kleines afrikanisches Kind zum Strahlen. Während wir Essen weg schmeißen, Geld für unnötige Luxusgüter ausgeben, uns über unwichtige Sachen streiten, leiden in anderen Ländern immernoch Kinder unter Hunger!

Am 06.12.2014 war meine Zeit als Volontär in Südafrika leider wirklich vorbei. Natürlich habe ich noch viel mehr erlebt, als ich jetzt erzählt habe, aber ihr wollt ja auch noch über andere Länder lesen ;)

Der Abschied von den Kids, von Tracy, Leslie und Cobus fiel mir sehr sehr schwer.

Ich habe so viele tolle und einzigartige Menschen kennen gelernt, habe so viele tolle Sachen gesehen und gelernt, habe so viele tolle Sachen gemacht und ich hatte so viel Spaß! Eine unvergessliche Zeit! Das war definitiv nicht das letzte Mal in Chintsa.

Kommentare


Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!