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Dez
"Australien" 10.10.14 bis 31.10.14
30.12.2014 16:58

in Sydney angekommen bin ich erstmal in den Waschräumen verschwunden und habe gaaanz langsam gemacht, mein Rucksack war eh meist der letzte der auf das Band kommt und Liz hatte erst ab 10:30 Uhr Zeit. Als ich dann an das Band, wo das Gepäck von Fiji raus kommt, laufen wollte, kam mir schon ein Angestellter des Flughafens mit meinem Rucksack entgegen. Ich dacht nur so „Hä? Was soll das denn jetzt bitte?“ „Excuse me Sir, that's my bag. Why is it with you?“ - „Security sample check!“ WAS auch sonst?! Habe ich bereits erwähnt, dass ich mittlerweile eine ganze Sammlung von „Baggage Inspection“ Zetteln habe? Seit Jamaika wird mein Rucksack immer aufgemacht! Das nervt! (es nervt, weil es nicht einfach ist, den Rucksack zu zu bekommen.. man muss quetschen und drücken.. das dauert.. dafür hatten die Kontrolleure meist keine Zeit und so war mein Rucksack meist offen auf dem Band..)

Naja auf jeden Fall hat er mir meinen Rucksack gleich gegeben und ich konnte mit der Bahn in die Stadt zu Liz fahren.

Liz habe ich übrigens in Singapur im Hostel kennen gelernt. Sie hat mich damals beim Frühstück wegen meinem SkyDive Shirt angesprochen.. wir haben uns super verstanden, in Singapur viel Zeit miteinander verbracht und sie hat mich dann sogar auf den Perhentians für ein Wochenende besucht :)

Wir haben uns in einem Cafe getroffen und sind dann zu ihrer Wohnung gelaufen. Liz kommt eigentlich von den Philippinen, lebt und arbeitet aber seit Jahren zusammen mit ihrem Freund in Sydney. Ihr Freund heißt Christian und woher kommt er? Karlsruhe! Die Welt ist ein Dorf ^^

Die beiden teilen sich die Wohnung mit einem anderen Pärchen.

 

Ich habe dann das erste mal wieder richtig geduscht.. mit warmem Wasser, in einer richtigen Dusche, mit einem richtigen Duschstrahl, ohne Insekten auf dem Boden, an der Wand oder an der Decke ^^ ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gut man sich bei/ nach einer Dusche fühlen kann ^^

..und vor allem habe ich meine Wäsche gewaschen. In Fiji musste ich ja immer mit der Hand waschen.. Handwäsche ist ja schön und gut. Es ist auch meist sauber, aber hygienisch rein? Ich weiß ja nicht.. ich war so dankbar, dass meine Kleider und ich endlich wieder richtig sauber waren ^^ „Back to Civilization“ :-D

 

Mit Liz war ich am Bondi Beach, bin den Beach Walk gelaufen, bin mit der Fähre am der Harbour Bridge und am Opera House vorbei an den Manly Beach gefahren. Abends saßen wir auf Liz's Balkon oder haben uns mit Freunden von ihr getroffen. Eine kurze aber dennoch tolle Zeit :)

 

Und dann hieß es mal wieder PLANÄNDERUNG ^^

 

Während ich auf Fiji war, habe ich mich von meiner spanischen Freundin Ester dazu überreden lassen, sie in Malaysia auf den Perhentians abzuholen und dann mit ihr zusammen nach Indonesien zu reisen. Abzuholen weil die Saison auf Perhentian zu Ende war und die Monsunzeit vor der Tür steht. Selbst die meisten Einheimischen verlassen die Insel um im März wieder zurück zu kommen. Es bleibt nur eine handvoll Menschen, die während der Monsunzeit auf die Resorts aufpassen und Reparatur Arbeiten erledigen.

 

So bin ich am 12.10.2014 von Sydney über Kuala Lumpur nach Kota Bharu geflogen und schon am Flughafen in KL wusste ich, dass ich wieder in Asien bin ^^ es gibt Sachen, die hört man einfach nur da ;-P ich musste ja echt grinsen ^^

 

.. und gegen 12 Uhr war ich endlich wieder auf meinen geliebten Perhentian Islands.

Bis auf den herzlichen Empfang von Ester, Mr Tan und Mr Nice guy Andi war dann aber leider alles anders. Jim, der Barbesitzer lag im Krankenhaus (er hatte vor ein paar Jahren einen Autounfall den er nur knapp überlebt hat und ihm wurde nochmal die Schädeldecke geöffnet) und Juan war nicht mehr auf der Insel.. okay das mit Juan wusste ich vorher schon, da wir immer noch Kontakt haben.

Ich habe meine Sachen in Esters Zimmer verstaut und zu ihr gesagt, dass ich erstmal ein TigerBeer und Chicken Curry bei AbangMann im BFirst haben will und dann zu Mandalika. Mandalika ist das Restaurant der einen Familie bei denen ich als Schnorchelguide gearbeitet hab, ihr erinnert euch? Die Frau namens Ida, die zu mir gesagt hat, dass ich Teil der Familie wäre und ich nächstes Jahr wieder für sie arbeiten soll?..

Ester meinte ich wäre für Mandalika zu spät, die Familie hätte die Insel bereits verlassen, warum weiß sie aber auch nicht.. hmm.. ich war schon ganz schön traurig muss ich sagen, Juan weg, Jim weg, Ida Halim und die Mädels weg und bei BFirst hat mir der Sohn von AbangMan gesagt, dass AbangMan auch schon auf dem Festland wäre.. schade Schockolade!

 

Aber was dann passiert ist, bzw was ich dann gesehen und erfahren habe, hat mich umgehauen..

Wie gesagt: ich saß mit Ester und Joy bei der Bfirst Bar, hatte gerade mein Chicken Curry bekommen, kommt Halim von einer Männergruppe umzingelt am Strand entlang gelaufen. Meine Stimmung hat sich sofort gebessert, ich dachte wenn er da ist, ist der Rest der Familie sicher auch da.. oder auch nicht..

Ich bin aufgestanden, wollte zu ihm hin rennen, er sieht mich, hebt seine Hände hoch, winkt mir und ich sehe dass er Handschellen trägt.. ich konnte mich nicht mehr bewegen, ich war so geschockt. So stand ich dann da bis er vorbei war und ich gesehen habe, dass er ein Outfit mit „Police Arrest“ auf dem Rücken trägt..

Als ich mich wieder gefangen hatte, habe ich mich erst über mich geärgert, weil ich so versteinert da stand und nicht trotzdem zu ihm hin bin um kurz hallo zu sagen. Ich konnte mich nicht vorstellen, dass er was schlimmes getan hat und somit hätte ich ja zumindest hallo sagen können..

Es ist unfassbar wie sehr man sich in einem Menschen täuschen kann. Mittlerweile bin ich froh, dass ich nicht zu ihm hin bin!

Halim (nicht mehr AbangHalim, weil Abang sagt man zu Männern vor denen man Respekt hat) ist im Gefängnis. Und da wird er auch die nächsten 15-20 Jahre sitzen und 20 Peitschenhiebe über sich ergehen lassen.

ZU RECHT! Der Mann hat seine 15jährige Stieftochter vergewaltigt und die arme ist auch noch schwanger von ihm.. selbst wenn ich jetzt darüber schreibe kommt es mir fast wieder hoch.

 

Ich war so gut wie die letzte Touristin auf Perhentian, die meisten der Angestellten, Tauchlehrer, Bootsmänner usw hatten wie gesagt die Insel schon verlassen, das Wetter war nicht sooo berauschend und ich konnte mich nicht richtig ablenken.. Tauchen wollte ich nicht, da ich Probleme mit meinem Ohr hatte.. ich habe Ester so ziemlich jeden Tag gefragt, ob wir denn nicht endlich die Insel verlassen und nach Indonesien können.

Ester und ich sind wie damals jeden Tag am Strand entlang gelaufen.. und jedes Mal das Restaurant von Mandalika zu sehen, hinterlassen als wären sie nur kurz weg, Stühle, Tische, alles noch da, auf manchen Tischen standen sogar noch Teller.. war nicht leicht..

Das einzig schöne in dieser Zeit war, dass ich wie damals ewig mit Ester auf Felsen am Strand gesessen habe, den Strand, das Meer, die Schönheit der Welt beobachtet habe. Das hatte ich echt total vermisst.. die Perhentians sind trotzdem noch ein magischer, unbeschreiblich schöner Ort.

 

Und was auch total schön war, war dass viele, die damals sehr schüchtern mir gegenüber waren, plötzlich so offen und herzlich waren.

„Kristin, don't be sad. Don't think about Juan or Halim.. you have more then one friend on the island. You have lot's of friends here. The island loves you, everyone loves you“ <3

(ha nur dumm, wenn alle schon weg sind ^^)

 

Jim kam Gott sei Dank wieder aus dem Krankenhaus, (ich konnte dann endlich mit dem Finger auf ihn zeigen und sagen:“HAHA I told you: Germany will be World Champion!“ ^^) und dann haben wir am 17.10.2014 Closing Party gefeiert. Am 18.10.2014 haben wir die Insel verlassen und schon auf dem Boot auf's Festland habe ich mich besser gefühlt.

Wir, also Ester und ich haben uns noch mit Mr Nice guy Andi zum Essen getroffen, dann hat er uns an den Busbahnhof gefahren und wir sind mit dem Nachtbus nach Kuala Lumpur gefahren.

Von KL Central dann nochmal mit Bus und Bahn an den Flughafen und um 12 Uhr ging der Flieger nach Indonesien, nach Banda Ace.

 

Selamat tinggal Malaysia, Selamat datang Indonesia

 

In Banda Ace angekommen, Einreisegebühr bezahlt (das musste ich vorher noch in keinem Land), mit dem Taxi an den Hafen und mit der Fähre nach Pulau We.

Im Unterschied zu allen anderen Ländern, die ich vorher bereist habe, bin ich hier zum allerersten Mal mit Englisch nicht wirklich weiter gekommen. Gott sei Dank konnte Ester ein bisschen Malay, was Indonesisch sehr ähnlich ist und so saßen wir mehr oder weniger sicher auf der Fähre. Über den Zustand der Fähre sage ich jetzt mal nix.. dass keine Ziege neben mir saß, war grad alles ^^

 

Nach zwei Stunden haben wir dann Pulau We erreicht.

Dort haben wir dann leider festgestellt, dass es keine richtigen Autos gibt und wir somit mit dem TucTuc die 15km zum Gapang Beach fahren müssen.

Bei Dunkelheit und Regen die beschissenste Idee auf die man kommen kann. Wir saßen zu viert inklusive 2 riesengroßen Rucksäcken auf dem TucTuc und schon in der ersten Kurve ist mir fast das Herz stehen geblieben. Ich habe mich nur noch an Ester und ihrem ultraschweren festverkeiltem Rucksack festgekrallt..

Pulau We ist keine flache Insel und am ersten Berg sind andere TucTucs, Motorräder, Autos und LKWs an uns vorbei gebraust, ich habe mich soo unwohl gefühlt..

Ja.. und dann kam unser TucTuc ins Schleudern.. Richtung Abgrund, ohne Leitplanke.. es ging alles so verdammt schnell.. der Fahrer konnte zwar im letzten Moment das Lenkrad rumreisen, also weg vom Abgrund, aber das mit so viel Schwung, dass ich fast vom TucTuc gefallen wäre. Mein einziger Kontakt mit dem TucTuc war Ester und ihr Rucksack. Ich war so geschockt, ich konnte nicht mal schreien. Das hat Gott sei Dank Ester erledigt: „STOOOOOOP!“

Auf weichen Beinen habe ich Ester erklärt, dass ich auf gar keinen Fall nochmal auf das TucTuc steigen werden, unter gar keinen Umständen, und ich vorher laufe! Der Fahrer konnte das zwar überhaupt nicht verstehen und meinte auch, dass es noch ewig bis zu Lumba Lumba wäre aber das war mir sowas von egal. Ich bin definitiv noch nicht bereit zum Sterben.. und für Schmerzen bin ich auch nicht so gemacht ^^ Der Fahrer hat unser Gepäck dann noch eine Strecke den Berg hinauf gefahren.. um genau zu sein, bis Ester und vor allem ich eingesehen haben, dass man den nassen Berg nicht in FlipFlops und Rucksack bezwingen kann. Aber auf das TucTuc wollte ich trotzdem nicht. Wir standen dann am Straßenrand und der Fahrer hat mit uns diskutiert bis ein Auto angehalten hat und ein indonesisches Ehepaar uns gefragt hat, ob sie uns helfen können. JA! Gott sei Dank! Das Paar hat uns dann in den nächsten Ort gefahren von wo aus wir dann leider doch nochmal mit dem TucTuc circa 7 km fahren mussten. Dieses Mal haben wir uns aber zwei TucTucs genommen und ich habe dem Fahrer mehr als deutlich gemacht, dass er bloß langsam fahren soll! Ich glaube er hat mich erst gar nicht richtig ernst genommen, er ist zwar langsamer gefahren, aber dann hat er angefangen mir Sachen in der Umgebung durch Handzeichen zu zeigen. Ich hab echt gedacht ich spinn! Dann bin ich geplatzt und habe ihn angebrüllt, dass er seine Hände am Lenker lassen soll und „I don't want to die in Indonesia!“ Da hat er mich plötzlich ernst genommen ^^ und wir sind nach einer gefühlten Ewigkeit endlich und alive im LumbaLumba DiveShop angekommen.

Nachdem uns Gillard (ein französischer Tauchlehrer den wir von Perhentian kennen) begrüßt hat, wir eingecheckt und gegessen hatten, saßen wir noch ein bisschen vor dem DiveShop, haben uns mit anderen Tauchern unterhalten und sind dann todmüde ins Bett gefallen.

 

Am nächsten Morgen war natürlich sofort tauchen angesagt, I <3 Diving. Ich liebe es einfach abzutauchen, kaum Geräusche zu hören und einfach nur das bunte Treiben und die wunderschöne Unterwasserwelt zu beobachten.

Das war dann auch unsere Hauptbeschäftigung in Indonesien. Was richtig richtig cool war, war als ich bei einem Tauchgang mit meinem Buddy Martin einen Rochen gesehen habe, den wir hinterher in keinem Buch gefunden haben. Da wir auch im Internet keine Bezeichnung der Art gefunden haben, haben wir beschlossen, dass wir eine neue Spezie entdeckt haben ^^ wir nennen sie „MaKri Ray“ :-D

Ich habe die EFR Lizenz (Emergency First Respond) und die Rescue Lizenz gemacht. Der EFR Kurs ging einen Tag und der Rescue Kurs 5 Tage, inklusive theoretischer und praktischer Prüfung am Ende. Der Rescue Kurs war verdammt anstrengend, mein lieber Mann! Zwischendurch hätte ich selbst rescue (in Form eines Sauerstoffzeltes zB ^^) gebraucht ^^ und der Drill oh entschuldigung ich meinte Dive Instructor Alberto, das Opfer Matthias und ich hatten alle drei übelsten Sonnenbrand im Gesicht. Alberto war wirklich ein Drill Instructor, was ja eigentlich gut ist, aber ich hätte ihn trotzdem gerne das ein oder andere Mal einfach gern gedunkt ^^

 

Die praktische Prüfung war, dass Alberto Matthias im Wasser versteckt hat, dann aus dem Wasser gerannt kommt und „I need help, I lost my Buddy“ gerufen hat. Ich musste dann mein Equipment anziehen, währenddessen fragen, wo und bei welcher Tiefe Alberto seinen Buddy das letzte Mal ungefähr gesehen hat, ins Wasser rennen und mich auf die Suche nach dem Buddy machen. Natürlich ist mir beim Anziehen der Flossen der Riemen an der Ferse gerissen, ich hatte nur Glück, dass gerade eine Gruppe Taucher aus dem Wasser kam und einer meine Größe hatte.. dann wie gesagt Opfersuche.. ich habe ihn Gott sei Dank relativ schnell gefunden, dann musste ich ihn an die Oberfläche bringen, Notbeatmung starten und auf dem Weg zum Strand das Equipment beim Opfer und bei mir entfernen.. also schwimmen, das Opfer ziehen, das Opfer und mich ausziehen und Notbeatmung alles zur gleichen Zeit.. am Strand dann Herzmassage und Sauerstoff verpassen. Nach dem dritten Satz Herzmassage hat sich Alberto dann endlich dazu entschieden, dass ich das Opfer gerettet habe und ich habe mich dann nur nach hinten auf den Rücken fallen lassen und gerufen: „I need rescue, I need oxygen, rescue me“ ^^

Nachdem Alberto sagte: „No more pussy rescue, you passed in a really good time, I'm impressed“ hatte ich ihn auch wieder lieb :) und dass ich statt der vorgegebenen 17 Minuten nur 12 Minuten gebraucht habe, hat mich dann zusätzlich noch stolz gemacht :)

 

Abends waren wir immer erst im DiveShop haben uns mit anderen Tauchern unterhalten und dann sind wir zu Robby. Robby ist ein total süßer indonesischer Bootsmann, der mich immer „Hey Buddy, come come“ gerufen hat ^^ Robbys Bungalow war direkt neben unserem und das war die schönste „Wohnung“ die ich jemals in meinem Leben gesehen habe. Und das beste ist, dass Robby alles selbst gebaut hat. Seine Freunde haben uns immer erzählt, dass sie Robby für verrückt erklärt hatten, als er ihnen von seinen Bauplänen erzählt hat.. aber dass er es tatsächlich geschafft hat. Der Bungalow war zwar nicht groß, aber komplett aus Bambus und mit kleiner Terrasse mit Hängematte und Matrazen, wo er immer Gitarre gespielt und gesungen hat.. und drum herum verschiedene Obstbäume, total schön.

 

Pulau We ist übrigens die Insel, die 2004 mit am schlimmsten von dem Tsunami getroffen wurde.

Es war so interessant und bewegend die unterschiedlichen Erlebnisse von verschiedenen Betroffenen vor Ort zu hören.

 

Am 30.10.2015 bin ich dann alleine nach Bali gereist, alleine weil Ester noch ein paar Tage auf Pulau We bleiben wollte bevor sie zurück nach Spanien ist und auf mich wartete Südafrika. In Bali war ich surfen, okay ich habe es nur versucht ^^ es hat aber saumäßig Spaß gemacht und dann bin ich auch schon über Perth und Dubai nach Johannesburg geflogen.

Miami 04.07.14 bis 08.07.14

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